DAZ-Kurs – Interview mit den Schülern
2. Dezember 2017 Schulleben am DBBC

Nasrin Hoeft-Ibrahim | Seit Anfang Oktober lernen Sportler aus aller Welt im DBBC in einem DAZ-Kurs (Deutsch als Zweitsprache) die deutsche Sprache. Nachdem die Heimatländer der Schüler zum Teil sehr weit weg sind, ist es na-türlich interessant zu wissen, wie es ihnen in Deutschland gefällt. Wir haben Interviews mit den Gruppen aus den verschiedenen Kulturräumen gemacht.

Da die Schüler natürlich noch nicht alles auf Deutsch verstehen und beantworten können, wurden die Interviews auf Englisch und Deutsch geführt. Mit den chinesischen Schülern war die Sprachbarriere in beiden Sprachen noch etwas zu hoch, deshalb holen wir das Interview in wenigen Monaten nach.

Schüler des DAZ-Kurses aus Mexiko und Peru
Frau Hoeft-Ibrahim: Was gefällt es euch bisher in Deutschland?

Süd- und Lateinamerika: Die Sicherheit auf den Straßen. Wenn du beispielsweise in Peru nach draußen gehst, kann es sein, dass du überfallen wirst. Außerdem sind die Menschen hier sehr freundlich. Oft wird man auf der Straße begrüßt, auch wenn man den anderen nicht kennt. Und die Deutschen sind sehr zuverlässig und pünktlich. Wenn man hier etwas vereinbart, kann man sich auch darauf verlassen, dass es dann zu dem ausgemachten Zeitpunkt eingehalten wird.
Indien: Die Landschaft mit den Bergen hier ist sehr schön. Und uns gefallen die Supermärkte, weil sie so groß sind und eine Riesenauswahl bieten. Und hier ist alles so sauber.
Estland, Bulgarien: Die Deutschen kümmern sich um Kleinigkeiten und sind immer zuverlässig. Uns schmeckt außerdem das Essen sehr gut. Auch der Blick auf die Berge von dem Gelände hier ist sehr schön.

 

Schüler des DAZ-Kurses aus Indien
Was gefällt euch nicht in Deutschland?

Süd- und Lateinamerika: Die Sprache ist so schwer. Und hier ist es so viel kälter als in unseren Heimatländern. Außerdem wird es jetzt im Winter so früh dunkel. Und wenn Deutsche streiten, hört sich das immer schlimm an, weil die Sprache so hart klingt. Auch wenn hier zwei über etwas Unwichtiges diskutieren, denkt man, dass sie sich gleich an die Gurgel gehen.
Indien: Das kalte Wetter. Und das deutsche Essen schmeckt uns nicht so gut wie das indische.

 

Was war der größte Kulturschock?

Süd- und Lateinamerika: Es ist viel ruhiger als in Peru oder Mexiko. Wenn man auf die Straße geht, ist es ganz leise. Und es ist hier überall so sauber. Aber im Alltag machen die kälteren Temperaturen den größten Unterschied im Vergleich zu Hause.
Indien: Dass es hier so kalt und sauber ist.
Estland, Bulgarien: Dass es so viele Feste und Feiertage gibt. In unseren Heimatländern gibt es nicht so viele Feiertage.

Schüler des DAZ-Kurses aus Estland und Bulgarien
Was vermisst ihr am meisten?

Süd- und Lateinamerika: Auf alle Fälle das Essen. An das Essen in Deutschland müssen wir uns erst noch gewöhnen. Auch die Wärme fehlt uns. Und natürlich unsere Familien und Freunde in der Heimat. Und die Lautstärke auf den Straßen fehlt uns auch. Hier ist es überall so leise, in unseren Heimatländern war immer was los.
Indien: Unsere Familien und Freunde zu Hause. Das indische Essen fehlt uns auch sehr.
Estland, Bulgarien: Vor allem unsere Freunde und Familien. Aber auch der Unterricht mit verschiedenen Fächern fehlt uns.

 

Inzwischen sieht man ja auf den Bergen schon Schnee. Hattet ihr schon mal einen Winter mit Schnee.

Süd- und Lateinamerika: Nein, in unseren Heimatstädten gibt es im Winter keinen Schnee. Aber wir alle haben ihn schon mal im Urlaub gesehen.
Indien: Nein, in unseren Heimatgebieten gibt es keinen Schnee. Aber wir haben ihn schon mal in Bergregionen wie zum Beispiel in Kaschmir gesehen.

 

Schüler des DAZ-Kurses aus China
Und wie geht es euch mit dem Lernen der neuen Sprache?

Süd- und Lateinamerika: Am schwierigsten ist die Aussprache und die Betonung. Auch die Buchstaben mit den Punkten drüber bereiten uns Schwierigkeiten. Und es gibt so lange Wörter. Die Deutschen bilden so viele Komposita.
Indien: Deutsch ist einfach eine sehr verwirrende Sprache. Aber zum Glück können wir alle sehr gut Englisch und können uns auch damit verständigen.
Estland, Bulgarien: Vor allem das Schreiben und die Betonung der Wörter bereiten uns Probleme. Mit den Trainern sprechen wir sowohl Deutsch als auch Englisch.